Philosophie

Fachschaft Philosophie

„Philosophieren heißt zweifeln.”

– Michel de Montaigne –

Was ist eigentlich Philosophie?

Der Begriff Philosophie stammt aus der Antike und bedeutet wörtlich übersetzt „Liebe zur Weisheit.“ Dabei liegt die Betonung auf der „Liebe“ zur Orientierung, Erkenntnis und Weisheit und nicht auf deren Besitz. So berichtet schon Sokrates (469-399 v. Chr.):
„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Philosophie bezieht sich auf eine Denktradition, die nicht in eine feste Definition zu bringen ist, weil jede*r, die/der philosophiert, eine eigene Sicht der Dinge entwickelt. Wohl deshalb gibt es so viele Philosoph*innen, wie auch Definitionen der Philosophie.

Einigkeit herrscht allerdings darüber, dass die Philosophie verschiedene geistige Aktivitäten umfasst. Dabei handelt es sich um das Nachdenken, Reflektieren, Analysieren und das Überprüfen mit Hilfe des vernünftig-rationalen, kritischen Denkens. Es werden Fragen gestellt, die die Wissenschaft bisher nicht beantwortet hat oder nicht beantworten konnte. Fragen richten sich an den Menschen selbst und die ihn umgebende Welt, dabei geht es darum, über sich selber nachzudenken und sich zur Welt in ein bewusstes Verhältnis zu setzen. Da der Gedankengang um des Menschen willen betrieben wird und nicht um seiner selbst, kann die Philosophie niemals endgültige Antworten finden, sondern stellt einen endlosen dynamischen Prozess dar. Schon die Frage, was Philosophie ist, ist bereits eine philosophische.

Voraussetzung der Philosophie ist das sich Wundern bzw. Staunen. Bereits Aristoteles schrieb: „Das Staunen veranlasste zu Anfang – wie noch heute – die Menschen zum Philosophieren.“ Menschen, die sich nicht wundern und denen alles selbstverständlich scheint, finden also niemals zur Philosophie.

Darüber hinaus stellt das Fragen einen weiteren Grundzug der Philosophie dar, insbesondere
das Hinterfragen des scheinbar Selbstverständlichen. Alles wird in Frage gestellt, sogar die Philosophie selbst in ihrer eigenen Begriffsdefinition. Daher beginnt Philosophie immer wieder bei Null. Alles kann bezweifelt werden, außer dem Zweifeln selbst. Aus diesem Grund kann die Philosophie niemals in eine Definition gebracht werden, sondern bleibt eine nie endende, kontroverse Diskussion.

Das Fach Philosophie am Euregio-Gymnasium

Der Philosoph Immanuel Kant hat die Philosophie in vier Fragen gegliedert, die die Themen des Philosophieunterrichts gut eingrenzen:

1. Was kann ich wissen? (Erkenntnistheorie)

2. Was soll ich tun? (Ethik)

3. Was darf ich hoffen? (Metaphysik)

4. Was ist der Mensch? (Anthropologie)

Die vier dadurch entstandenen Disziplinen bilden dabei das äußere Gerüst für den Philosophieunterricht an unserer Schule.

Das Fach Philosophie ist am Euregio-Gymnasium als Grundkurs in der Sekundarstufe II wählbar.

In der Sekundarstufe I gibt es das Fach Praktische Philosophie, welches als Ersatzfach für den katholischen und evangelischen Religionsunterricht gilt. Je nach Bedarf/Nachfrage und Möglichkeit werden auch einzelne Kurse in der Unter- und Mittelstufe angeboten. Den Unterricht des Faches Praktische Philosophie können prinzipiell alle Schüler*innen besuchen, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, weil sie keiner christlichen Konfession angehören oder sich aus Gewissensgründen (ab einem Alter von 14 Jahren) vom Religionsunterricht abgemeldet haben bzw. als noch nicht Religionsmündige (unter 14 Jahren) von ihren Eltern abgemeldet worden sind.

Inhaltliche Schwerpunkte der Oberstufe

EFWas heißt es zu philosophieren? – Welterklärungen in Mythos, Wissenschaft und PhilosophieIst der Mensch ein besonderes Lebewesen? ­– Sprachliche, kognitive und reflexive Fähigkeiten von Mensch und Tier im VergleichEine Ethik für alle Kulturen? – Der Anspruch moralischer Normen auf interkulturelle Geltung Wann darf und muss der Staat die Freiheit des Einzelnen begrenzen? – Die Frage nach dem Recht und der Gerechtigkeit von Strafen  Kann der Glaube an die Existenz Gottes vernünftig begründet werden? – Religiöse Vorstellungen und ihre KritikWas können wir mit Gewissheit erkennen? – Grundlagen und Grenzen menschlicher Erkenntnis  
Q1Ist die Kultur die Natur des Menschen? – Der Mensch als Produkt der natürlichen Evolution und die Bedeutung der Kultur für seine EntwicklungIst der Mensch mehr als Materie? Das Leib-Seele-Problem im Licht der modernen GehirnforschungIst der Mensch ein freies Wesen? – Psychoanalytische und existentialistische Auffassung des Menschen im VergleichWie kann das Leben gelingen? – Eudämonistische Auffassungen eines guten LebensSoll ich mich im Handeln am Kriterium der Nützlichkeit oder der Pflicht orientieren? – Utilitaristische und deontologische Positionen im VergleichGibt es eine Verantwortung des Menschen für die Natur?
– Ethische Grundsätze im Anwendungskontext der Ökologie  
Q2Welche Ordnung der Gemeinschaft ist gerecht? –  Ständestaat und Philosophenkönigtum als StaatsidealWie lässt sich eine staatliche Ordnung vom Primat des Individuums aus rechtfertigen? – Kontraktualistische Staatstheorien im VergleichLassen sich die Ansprüche des Einzelnen auf politische Mitwirkung und gerechte Teilhabe in einer staatlichen Ordnung realisieren? – Moderne Konzepte von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit auf dem PrüfstandWas leisten sinnliche Wahrnehmung und Verstandestätigkeit für die wissenschaftliche Erkenntnis? – Rationalistische und empiristische Modelle im VergleichWie gelangen die Wissenschaften zu Erkenntnissen? – Anspruch und Verfahrensweisen der neuzeitlichen Naturwissenschaften  

Unterrichtende Lehrer*innen

Frau Hüske, Herr Kolodzie und Frau Steverding

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